Hidradenitis suppurativa: Diagnose und Behandlungsoptionen

    Hidradenitis suppurativa (HS) ist eine chronisch-entzündliche follikuläre Erkrankung mit wiederkehrenden schmerzhaften Knoten, Abszessen und Tunneln (Fistelgängen) in Achsel, Leiste, submammär und perianal. HS entsteht nicht durch mangelnde Hygiene und ist nicht ansteckend. Diese Seite dient ausschließlich der allgemeinen Information; Diagnose und ein individueller Behandlungsplan können nur durch eine ärztliche Untersuchung festgelegt werden.

    Was ist Hidradenitis suppurativa?

    HS beginnt mit follikulärer Okklusion und Entzündung und führt in Arealen mit apokrinen Drüsen zu Abszessen, Tunneln und Narben. Sie wird auch Akne inversa genannt.

    HS ist kein Hygieneproblem und nicht übertragbar. Diese Fehlannahme kann zu verzögerter Behandlung und Stigmatisierung führen.

    Symptome

    Schmerzhafte Knoten, wiederkehrende Abszesse, Sekretion, Geruch und fortschreitende Vernarbung sind möglich. Üblich ist die Beschreibung nach Hurley I–III; die Stadieneinteilung allein bestimmt die Therapieentscheidung nicht.

    • Wiederkehrende schmerzhafte Knoten und Abszesse in Achsel und Leiste
    • Perianale Tunnel mit Sekretion
    • Miteinander verbundene Fistelgänge
    • Narbengewebe und anhaltende Hautverhärtung

    Ursachen und assoziierte Faktoren

    Genetische Veranlagung, Rauchen, Adipositas, hormonelle Faktoren und mechanische Reibung sind mit der Krankheitslast assoziiert. Eine bakterielle Infektion ist nicht die Hauptursache, kann aber sekundär hinzutreten.

    Rauchen und Übergewicht sind mit der Krankheitslast assoziierte Faktoren, die nach Möglichkeit optimiert werden sollten; ihre Änderung garantiert kein individuelles Ergebnis und keine Rezidivfreiheit.

    Diagnostik und Differenzialdiagnose

    Die Diagnose erfolgt klinisch. MRT oder Ultraschall können die Ausdehnung darstellen.

    Perianale HS-Tunnel entstehen überwiegend in der Haut und zeigen keine Verbindung zum Analkanal oder Rektum. Bei kryptoglandulären oder Crohn-assoziierten perianalen Fisteln kann eine solche Verbindung beziehungsweise eine innere Öffnung vorliegen; das Fehlen einer nachweisbaren inneren Öffnung schließt eine Fistel allein jedoch nicht aus. Beide Krankheitsbilder können gemeinsam vorliegen; die Abgrenzung erfolgt über Untersuchung, proktologische Beurteilung und bei Bedarf ein Becken-MRT.

    Behandlungsoptionen

    Die Behandlung richtet sich nach Stadium, betroffenen Arealen, Schubfrequenz und Patientenpräferenz. Medikamentöse und chirurgische Optionen sind keine Alternativen, sondern ergänzen sich; eine Ko-Betreuung durch Dermatologie und Chirurgie wird empfohlen.

    • Medikamentös: topische und systemische Antibiotika, hormonelle Therapie, in geeigneten Fällen Biologika (dermatologisch geführt)
    • Inzision und Drainage zur Entlastung eines akuten, prallen und schmerzhaften Abszesses; dies ist keine definitive Therapie
    • Chirurgisch: Deroofing, begrenzte Exzision, bei ausgedehntem Befund Exzision und Rekonstruktion
    • Laserverfahren: Die CO2-Laser-Exzision beziehungsweise das Deroofing ist eine chirurgische Technik, während die Laser-Epilation eine andere Behandlungsoption ist, die den Haarfollikel adressiert und einen bereits bestehenden fibrotischen Tunnel nicht unmittelbar beseitigt. Beides wird nicht als Standard eines bestimmten Stadiums eingeordnet
    • Perianale tunnelnde HS: Planung gemeinsam mit proktologischer Abklärung

    Wundversorgung nach der Operation und Nachsorge

    Die Wundversorgung nach CO2-Laser oder Exzision folgt keiner einzigen Regel. Sekundärheilung, Primärverschluss, Transplantat oder Lappen können je nach Lokalisation, Defektgröße, Infektlage und Patientenfaktoren gewählt werden.

    Ein fester Nachsorgeplan kann nicht angegeben werden; die Intervalle werden nach Eingriff, Wundverlauf und begleitender medikamentöser Therapie individualisiert. Auch eine feste Heilungsdauer lässt sich nicht vorhersagen. Wundpflege, Hygiene und Rauchstopp werden für die allgemeine Gesundheit empfohlen; ein rezidivsenkender Effekt ist nicht für jeden Patienten belegt.

    Wann ist sofortige Vorstellung nötig? Kontakt

    Rasch größer werdende schmerzhafte Schwellung, Fieber von 38 °C oder höher, Zeichen einer sich rasch ausbreitenden bakteriellen Haut- und Weichteilinfektion (Phlegmone), eine plötzliche oder deutliche Zunahme der Sekretion beziehungsweise übler Geruch zusammen mit einer Verschlechterung des Allgemeinzustands erfordern eine umgehende ärztliche Vorstellung.

    Für Diagnose und einen individuellen Behandlungsplan ist eine Untersuchung erforderlich; die Angaben ersetzen keine persönliche ärztliche Beratung.

    Häufig gestellte Fragen

    Ist HS ansteckend?+

    Nein. HS ist eine chronisch-entzündliche follikuläre Erkrankung; sie ist nicht übertragbar und entsteht nicht durch mangelnde Hygiene.

    Reichen Antibiotika allein?+

    Bei manchen Patienten lassen sich Beschwerden medikamentös kontrollieren; bei ausgedehntem oder tunnelndem Befund kommen chirurgische Optionen infrage. Die Entscheidung erfolgt in Ko-Betreuung von Dermatologie und Chirurgie.

    Welche Rolle spielen Rauchen und Gewicht?+

    Rauchen und Übergewicht sind mit der Krankheitslast assoziiert und sollten nach Möglichkeit optimiert werden. Eine Änderung garantiert kein individuelles Ergebnis und keine Rezidivfreiheit.

    Kommt HS nach der OP wieder?+

    In nicht exzidierten Tunneln oder neuen Arealen kann die Erkrankung erneut auftreten. HS ist chronisch; kein Vorgehen garantiert Rezidivfreiheit.

    Kann perianale HS mit einer Analfistel verwechselt werden?+

    Perianale HS-Tunnel entstehen überwiegend in der Haut und zeigen keine Verbindung zum Analkanal oder Rektum. Bei kryptoglandulären oder Crohn-assoziierten perianalen Fisteln kann eine solche Verbindung beziehungsweise eine innere Öffnung vorliegen; das Fehlen einer nachweisbaren inneren Öffnung schließt eine Fistel allein jedoch nicht aus. Beide Krankheitsbilder können gemeinsam vorliegen; die Abgrenzung erfolgt über Untersuchung, proktologische Beurteilung und bei Bedarf ein Becken-MRT.

    Wann kommen Laserverfahren infrage?+

    Die CO2-Laser-Exzision beziehungsweise das Deroofing ist eine chirurgische Technik, während die Laser-Epilation eine andere Behandlungsoption ist, die den Haarfollikel adressiert und einen bereits bestehenden fibrotischen Tunnel nicht unmittelbar beseitigt. Sie sind kein Standard eines bestimmten Stadiums; die Eignung wird bei der Untersuchung beurteilt.

    Wie häufig sind Kontrolltermine?+

    Ein fester Zeitplan kann nicht genannt werden. Die Intervalle werden ärztlich nach Eingriff, Wundverlauf und begleitender Therapie individualisiert. Kontakt- und Aufnahmeinformationen stehen auf der [Kontaktseite](/de/kontakt).

    Dieser Inhalt dient der allgemeinen Information; Diagnose und Behandlung erfordern eine individuelle ärztliche Beurteilung.

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